Zu jedem Dreieck ABC existiert ein Kreis, der genau durch die Eckpunkte A, B und C verläuft — der so genannte Umkreis. Der Umkreismittelpunkt ist der Schnittpunkt der Mittelsenkrechten:
Anschaulich ist die Mittelsenkrechte von AB die Menge aller Punkte, die zu A und B denselben Abstand haben. Analog gilt dies für die Mittelsenkrechten von AC und BC. Der Schnittpunkt aller drei Mittelsenkrechten hat also den gleichen Abstand zu A, B und C. Dieser Abstand ist der Radius des Umkreises:
Bewiesen wird dieser Zusammenhang mit Proposition III.20 aus Euklids Die Elemente. Eine Gerade, die durch A und den Umkreismittelpunkt O verläuft, teilt α in zwei Winkel α′ und α′;′.
Die Seiten AO und BO des entstandenen unteren Dreiecks sind gleich lang, weil sie beide Radien des Umkreises sind. Demzufolge sind die Winkel OAB und ABO gleich groß — nämlich α′. Die Summe aller Winkel im Dreieck ist 180°. Dementsprechend ist der Winkel AOB gleich 180°-2α′. Der Winkel BOD ergänzt AOB auf 180°, also muss er 2α′ groß sein. Dasselbe Argument gilt analog für α′′. Für den Winkel BOC folgt somit
Mit dieser Tatsache lässt sich nun der Radius des Umkreises berechnen:
Die Mittelsenkrechte von BC erzeugt zwei gleichgroße rechtwinklige Dreiecke BOE und COE. Der Winkel BOC ist 2α groß und die Mittelsenkrechte teilt diesen genau in der Hälfte. Folglich sind die Winkel BOE und COE gleich α. Analog teilt die Mittelsenkrechte auch BC genau in der Mitte:
In rechtwinkligen Dreiecken ist der Sinus definiert als das Verhältnis von Gegenkathete zu Hypotenuse, nämlich
was äquivalent ist zu der vorher angegebenen Formel.






